Zu gut für die Tonne
Ein beträchtlicher Teil aller erzeugten Lebensmittel wird nach Schätzungen internationaler Organisationen niemals gegessen. In wohlhabenden Ländern entsteht der größte Teil dieser Verluste nicht etwa auf dem Feld oder im Handel, sondern in den privaten Haushalten. Im Durchschnitt wirft dort jede Person pro Jahr Lebensmittel im Gewicht von mehreren Dutzend Kilogramm weg – vieles davon wäre bei rechtzeitigem Verbrauch noch genießbar gewesen.
Die Ursachen sind vielfältig. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher kaufen größere Mengen ein, als sie tatsächlich benötigen, etwa weil Großpackungen pro Kilogramm günstiger angeboten werden. Hinzu kommt eine verbreitete Unsicherheit im Umgang mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum: Obwohl es lediglich angibt, bis wann ein Hersteller bestimmte Eigenschaften eines Produkts garantiert, verstehen es viele als Verfallsdatum und entsorgen Lebensmittel, sobald es überschritten ist.
Besonders häufig landen leicht verderbliche Produkte im Müll. Junge Haushalte und Alleinlebende werfen nach Befragungsdaten mehr weg als Familien oder ältere Menschen, die ihre Einkäufe offenbar sorgfältiger planen.
Die Folgen reichen weit über den Geldbeutel hinaus. Für jedes weggeworfene Lebensmittel wurden Wasser, Energie und Ackerfläche verbraucht, und bei seiner Herstellung wurden Treibhausgase freigesetzt. Fachleute halten es daher für eine der wirksamsten Klimaschutzmaßnahmen im Alltag, Lebensmittelabfälle zu vermeiden. Als hilfreich gelten einfache Strategien wie Einkaufslisten, eine durchdachte Lagerung und die Verwertung von Resten.